Klimaschutz und Energiewende geraten angesichts globaler Krisen immer wieder in den Hintergrund. Doch steigende Energiepreise, unsichere Märkte und auch die zunehmenden Extremwetterereignisse zeigen deutlich: Die Energiewende vor Ort ist entscheidend, um unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden, Treibhausgase zu vermeiden und unsere Region lebenswert und zukunftsfit zu gestalten. Was die Energiewende für den Kreis Steinfurt konkret bringt, zeigt der energieland2050 e. V. in seiner Sommerserie und wirft dabei einen Blick auf Entwicklungen, Projekte und Chancen direkt vor unserer Haustür.
Für Unternehmen ist die Transformation längst mehr als eine Frage des Klimaschutzes. Geopolitische Spannungen und schwankende Energiepreise machen die Kalkulation schwieriger. Zugleich steigen die Anforderungen von Kunden, Geschäftspartnern und Gesetzgebern an Energieeffizienz und nachhaltiges Wirtschaften des Unternehmens. Hinzu kommen Klimafolgen wie Hitze oder Starkregen. Unternehmen, die ihre Energieverbräuche, Prozesse und Abhängigkeiten kennen, können solche Risiken früher erkennen und ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken.
„Klimaschutz und wirtschaftliche Sicherheit gehören eng zusammen. Wer Energieverbräuche transparent macht, Effizienzpotenziale nutzt und erneuerbare Energien einbindet, wird unabhängiger, kann Kosten besser planen und stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Tobias Peselmann, Geschäftsführer der tpb NETZENERGIE GmbH und stellvertretender Schriftführer im geschäftsführenden Vorstand des energieland2050 e.V.
Unternehmen müssen diese Aufgaben nicht allein bewältigen. Durch das aktuelle Angebot des energieland2050 e.V. können sie sich kostenfrei einen Überblick über die eigene Energiesituation und Fördermöglichkeiten verschaffen (siehe unter kostenfreie Einstiegsberatung). Oder sie werden gleich selbst Mitglied in diesem starken Verein. Rund 120 Unternehmen aus dem Kreis Steinfurt engagieren sich im energieland2050 e.V. für die nachhaltige Entwicklung der Region. Das Netzwerk bringt Betriebe mit dem Kreis und den Kommunen, der Politik, der FH Münster sowie weiteren Institutionen und Fachleuten zusammen. Bei Stammtischen und Veranstaltungen werden Erfahrungen ausgetauscht, Kontakte geknüpft und gemeinsame Projekte angestoßen. Die Unternehmen erhalten Impulse zu Themen wie Energieeffizienz, Photovoltaik, Windenergie, Wärme, Gebäudesanierung oder Klimafolgenanpassung und können von den Erfahrungen anderer Betriebe aus der Region profitieren.
„Die Transformation gelingt am besten, wenn Unternehmen nicht allein nach Lösungen suchen müssen“, betont Tobias Peselmann und ergänzt: „Im energieland2050 e.V. verbinden wir unternehmerische Praxis mit Fachwissen, Verwaltung, Wissenschaft und Politik. So entstehen wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die zugleich die regionale Wertschöpfung und den Klimaschutz stärken.“
Viele Unternehmen möchten ihren Energieverbrauch senken, wissen angesichts der technischen Möglichkeiten, gesetzlichen Vorgaben und Förderprogramme aber nicht, wo sie beginnen sollen. „Die Betriebe benötigen zunächst einen verständlichen Überblick“, erklärt Peselmann. „Entscheidend ist, gemeinsam die passenden ersten Schritte zu finden: Wo wird besonders viel Energie verbraucht? Was kann kurzfristig verbessert werden? Und welche Investition lohnt sich mittel- oder langfristig?“, so der Geschäftsführer weiter.
Denn wirksame Verbesserungen müssen nicht immer mit hohen Investitionen verbunden sein. Schon kleinere Maßnahmen wie angepasste Betriebszeiten, optimierte Einstellungen von Heizung und Lüftung oder das Beseitigen von Druckluftleckagen können die laufenden Kosten reduzieren.
Ein wichtiger Faktor sind dabei auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Ihr bewusster Umgang mit Energie und ihre Aufmerksamkeit für energieintensive Abläufe haben unmittelbaren Einfluss auf den Verbrauch. Werden sie frühzeitig eingebunden, für Einsparpotenziale sensibilisiert und ermutigt, eigene Verbesserungsvorschläge einzubringen, können Maßnahmen dauerhaft und erfolgreich im Betriebsalltag eingebunden werden.
Ein unabhängiger Blick von außen hilft dabei, „Betriebsblindheit“ zu überwinden und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels gewinnt für Unternehmen an Bedeutung. Hitze, Starkregen, Trockenheit oder Stürme können die betrieblichen Abläufe beeinträchtigen. Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. Energieeffizienz und Klimafolgenanpassung können dabei sinnvoll zusammengedacht werden. Gerade Themen wie Bedrohungen durch Starkregen oder Hitze sollten mit der Kommune gemeinsam angegangen werden. Bei all diesen Fragen hilft der energieland2050 e.V. gerne weiter.
Prägende Gesichter des energieland2050 e.V.
Tobias Peselmann, Geschäftsführer tpb NETZENERGIE GmbH, ist seit 2011 als Vertreter des Unternehmernetzwerkes engagiert und war Gründungsmitglied des energieland2050 e.V. Hier ist er seit 2017 stellvertretender Schriftführer im geschäftsführenden Vorstand.
In seiner Funktion vertritt Peselmann insbesondere die Interessen der regionalen Wirtschaft und nimmt die wirtschaftlichen Chancen, die sich aus einer nachhaltigen Transformation ergeben, in den Blick. Sein Anliegen ist es, Klimaschutz und unternehmerische Entwicklung gemeinsam voranzubringen und starke regionale Netzwerke zu nutzen, um konkrete Unterstützungsangebote und Kooperationsmöglichkeiten zu entwickeln.
Kostenfreie Einstiegsberatung
Um Betrieben einen einfachen Einstieg zu ermöglichen, bieten der Kreis Steinfurt und der energieland2050 e.V. ab dem 1. September 2026 eine kostenfreie Energieberatung für kleine und mittlere Unternehmen an. Gemeinsam mit dem Betrieb wird betrachtet, wo Energie verbraucht wird und welche ersten Maßnahmen sinnvoll sein können. Das Spektrum reicht von Beleuchtung, Heizung und Photovoltaik bis zur Betrachtung des Gebäudes oder des gesamten betrieblichen Energiesystems. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch die individuelle Solarberatung, eine Erstberatung zum nachhaltigen Wirtschaften und Hinweisen zu Fördermöglichkeiten.
Die Beratung ist als niedrigschwelliges Einstiegsangebot angelegt. Sie soll erste mögliche Maßnahmen benennen und klären, an welcher Stelle eine vertiefende Fachberatung oder Planung sinnvoll ist. Damit erhalten insbesondere kleinere Betriebe eine gute Orientierung, ohne direkt ein umfangreiches Energiekonzept beauftragen zu müssen.
Weitere Infos folgen in Kürze
Alle Informationen zum Verein, seinen Angeboten und zur Mitgliedschaft finden Interessierte online unter www.energieland2050.de/verein.




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