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Freitag, Juli 31, 2026
Start Allgemein …und plötzlich hat man die Bettentürme der Uni-Klinik Münster vor der Nase…

…und plötzlich hat man die Bettentürme der Uni-Klinik Münster vor der Nase…

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(Foto: Schwegmann)

Den „Drohnenführerschein“ haben sie bereits in der Tasche, die Prüfung, die eigentlich nur aus einem theoretischen Teil besteht, bestanden.

Sechs Kameradinnen und Kameraden gehörten bislang der Drohneneinheit der Freiwilligen Feuerwehr Emsdetten an, vier weitere sind jetzt dazu gekommen. Damit dürfte sichergestellt sein, dass bei jedem Einsatz der Feuerwehr diese auch personell ausgestattet ist mit Einsatzkräften, die befähigt sind, dieses Gerät sachkundig einzusetzen. Die Drohne gehört zur festen Einrichtung des Einsatzleitwagens.

Das Bild auf dem Monitor zeigt die Feuerwache Emsdetten aus 56 Meter Höhe   (Foto: Schwegmann)

Bereits seit 2013 ist in Emsdetten eine Drohne im Einsatz, mittlerweile die dritte Generation. Die technische Entwicklung, die die Geräte in dieser Zeit durchlaufen haben, ist enorm.
Während der Leiter der Emsdettener Feuerwehr Stadtbrandinspektor Bernd Wermers und der Leiter der Emsdettener Drohneneinheit Oberbrandmeister Maik Haerkötter uns mit reichlich Informationen füttern, sammeln die „Flugschüler“ im Hintergrund praktische Erfahrungen. Plötzlich sehen wir auf dem großen Bildschirm, der den Flug bei solchen Übungseinheiten für alle sichtbar macht, die Bettentürme der Uniklinik in Münster vor uns. Ich wundere mich:
„Wie kommt die Drohne so schnell nach Münster?“
„Guck mal nach oben!“ – In etwa 100 Meter Höhe steht das kleine technische Wunderwerk mit vier Propellern wie angenagelt stabil in der Luft, direkt über uns, – nur 8,7 Meter vom Startpunkt entfernt, die etwa 30 km entfernten riesigen Bauwerke fest im Visier. Das gute Wetter und die dadurch perfekten Sichtverhältnisse begünstigen die Situation natürlich. – Damit wird eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Kamera unter Beweis gestellt.
Kostenpunkt einer solchen Drohne, ausgestattet mit in alle Richtungen schwenkbarer Wärmebildkamera und Scheinwerfern mit erstaunlicher Leuchtkraft: „Ca. 3.000 € bis 8.000 €, – wobei nach oben eigentlich keine Grenzen gesetzt sind.“, macht Bernd Wermers deutlich, dass das nicht mal eben ein Schnäppchen ist.

„Mittlerweile haben wir im Kreis Steinfurt elf Einheiten der Feuerwehr und anderer Hilfsorganisationen, die mit einer Drohne ausgestattet sind.“, Maik Haerkötter ist Kreisbeauftragter der Drohneneinheiten, koordiniert die Einsätze auf Kreisebene: „Die Drohneneinheiten im Kreis sind alle mit Geräten des selben Herstellers ausgestattet, was die Einsätze ungemein erleichtert.“

(Foto: Schwegmann)

„50 beziehungsweise 100 Meter ist die übliche Flughöhe“, verrät uns Wermers. Bei Brandeinsätzen sind die Drohnen mittlerweile unerläßlich. Die Wärmebildkamera kann Glutnester ausfindig machen. „Wir hatten auch schon einen Einsatz eigentlich beendet, haben sicherheitshalber nochmal einen Flug über das Gelände gemacht und im hinteren Bereich entdeckt, dass da noch eine Gefahrenquelle glimmt, die nur aus der Vogelperspektive sichtbar war, sonst von uns nicht – oder zu spät – entdeckt worden wäre.“

Bei einem Einsatz in Greven wurde mit einer Drohne die Rauchwolke und der Funkenflug verfolgt, – bei der Gelegenheit festgestellt, dass die sinkenden Funken gerade dabei waren ein Kornfeld zu entzünden. Somit konnte hier bereits rechtzeitig eingegriffen werden und nicht erst, wenn das Feuer durch Passanten entdeckt wird und bis dahin bereits ungeahnte Ausmaße angenommen hat.

Nach der bestandenen theoretischen Prüfung sammeln die neuen Mitglieder der Drohneneinheit jetzt praktische Erfahrungen.    (Foto: Schwegmann)

„Darüber hinaus bittet uns die Polizei auch häufig um Amtshilfe.“ berichtet uns Haerkötter davon, wenn eine Personensuche ansteht.
Der Voteil einer Drohne liegt einfach darin, dass man in relativ kurzer Zeit große Flächen sytematisch abfliegen, „scannen“, kann und dadurch gegebenenfalls zielsicher reagieren kann.
Der Monitor auf der Fernbedienung zeigt dem Piloten alle notwendigen Informationen an, in welcher Höhe sich die Drohne gerade befindet, wie weit die Drohne vom Startpunkt entfernt ist, wie lange der Akku noch hält, wie lange es dauert, bis die Drohne zum Startpunkt zurückkehren kann. Die Drohne erkennt selbständig, wie weit sie fliegen darf, so, dass noch sichergestellt ist, dass sie zum Ausgangspunkt zurück kommt. Sie berechnet selbständig, wieviel Energieleistung noch vorhanden sein muss um den Rückflug anzutreten. Mit zunehmender Entfernung wächst auch die Beanspruchung des Akkus. Der Einsatz von Kamera und/oder Scheinwerfer beanspruchen ebenfalls Energiereserven.
Ein einfaches Betätigen der return-home-Taste aktiviert den Autopiloten, der sich dann den direkten Kurs zurück zur Basis sucht.

Im Bereich des FMO gibt es Flugverbotszonen und ab einer bestimmten Flughöhe, werden die Einsätze auch an den Tower des FMO gemeldet, der dann die Freigabe erteilen muss.

(Foto: Schwegmann)

Die hochmodernen Drohnen machen schon viel selber, automatisch. Sie sorgen selbständig dafür, dass sie stabil in der Luft stehen, tarieren sich bei (fast) jedem Wetter selbständig aus. Dennoch sollte der Pilot am Boden immer Sichtkontakt halten, die Reichweite ist natürlich begrenzt.

Niemand wünscht sich wirklich, dass Fuhrpark, Maschinenpark und alle übrigen Gerätschaften und Einsatzkräfte der Feuerwehr tatsächlich eingesetzt werden müssen, aber es tut gut, zu wissen, dass im Ernstfall die Emsdettener Feuerwehr technisch und auch mit dem notwendigen KnowHow und angeeigneter Fähigkeiten aus unzähligen Übungen ausgestattet und einsatzbereit ist!

 

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