100 Jahre Kolping-Schützengilde – sie kamen ganz schön ins „Schwitzen“

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(Foto: Schwegmann)

Die Mischung macht’s, ein bißchen Information, ein bißchen Klamauk, einige Reden, Musik – getrommelt, gepfiffen, geblasen und gesungen, lockere Moderation, ein Quiz, ein Faß Freibier für den lautesten Verein, Tanz und Schwof bei Live-Musik und Plattenteller…

In einem Punkt passte das Mischungsverhältnis leider nicht, da hatte eine Komponente deutlich Überhang: Sturm und Regen! Der Abmarsch vom Kolpinghaus zur Herz-Jesu-Kirche noch bei strahlendem Sonnenschein, viele hätten ihr Sacko gerne ausgezogen aber als Jubel-Gesellschaft hält man sich strickt an die Anzugordnung. Beim Betreten des Kirchenschiffs – die Säulen und Arkaden orange angestrahlt, über dem Altar ins Kirchengewölbe projeziert, das Wappen des Jubiläums 100 Jahre Kolping Schützengilde, die Erkenntnis „Schön kühl hier drin, hier lass uns bleiben.“

Gründervater Adolf Kolping war „leibhaftig“ erschienen

Dann beginnt Pastor Paul Greiwe den Festgottestdienst. Plötzlich erscheint Adolf Kolping auf den Altarstufen, – der Gründervater der Kolping-Idee scheint wiederauferstanden zu sein, – das kommt im Christentum ja schonmal vor. Als dieser Adolf Kolping sich dann wieder verabschiedet, scheint er auch die Sonne mitnehmen zu wollen, denn draußen brodelt sich etwas zusammen, was nichts Gutes verheißen sollte. Donner grollt, Blitze zucken, es regnet, – nein, das Wasser fließt förmlich aus den Wolken auf die Erde.

Zur EMS-Halle marschieren, daran war jetzt kein Gedanke mehr. Die geplante Kranzniederlegung blieb dann auch geplant – wurde nicht umgesetzt Der Festzug von der Herz-Jesu-Kirche zur EMS-Halle wurde kurzerhand mit einem Bus erledigt, der zwischen Gotteshaus und Festhalle pendelte – Shuttle-Service. Die Kolping-Bewegung historisch so tief verankert, dass man jetzt auch die Arche-Noah reaktivierte? Die bereits in der Halle wartenden Gastvereine, die sich in dem Unwetter irgendwie privat in die schwarz-orange geschmückte Festhalle haben retten können, wurden informiert: „Das Programm wird sich um ca. 60 Minuten verschieben. – Am Ende waren es doch nur 30 Minuten – allerdings der ein oder andere nass triefende Anzug oder auch ein tropfendes Kostüm und einige Frisuren  hatten wieder den Zustand „frisch geduscht“. In der Halle kursierte dann sehr schnell die Meldung, die wohl allen Schützenbrüdern und -schwestern durch „Mark und Bein geschossen ist“: eine der umstehenden Eichen ist auf die Vogelstange der Westumer Schützengesellschaft gestürzt, die Stange auf halber Höhe abgeknickt. Auch in Austum soll jetzt ein Baum eine Hauseinfahrt liegender Weise für sich beanspruchen. Tröstender Beigeschmack: in beiden Fällen hat es keinen Personenschaden gegeben.

Der Festausschussvorsitzende Mike Westkemper eröffnete kurz und knackig und übergab direkt an Pauli(ne) Beckmann und Tom Hemesath welche fortan gekonnt und locker mit ihrer Jugendlichen Frische durchs Programm führten. Sie begrüßten die Ehrengäste, allen voran natürlich die Schirmherren Andreas Dust und Georg Grewe und kündigten wie zwei alte Hasen die Programmpunkte an.

Die 6-b-chen, eine vor über 30 Jahren von Andreas Dust gegründete Acapella-Gesangsgruppe hatte einigen Melodien neue Texte verordnet: „Kolping is a wonderful Place“.
Bei von Dust selbst vorgetragenen Bänkelgesängen übernahm das Publikum dann jeweils  den Refrain:

Ist das nicht wunderbar,
die Gilde wird schon 100 Jahr.
Wir treffen einwandfrei
und schießen nie vorbei!

Vornehmlich weibliche Fans warfen dann unzählige Stofftiere auf die Bühne, die Sänger hätten Stützstrümpfe nach eigenem Bekunden für praktikabler gefunden.

Der Musikzug, bestehend aus Spielmannszug und Blasorchester lud auf die „Vogelwiese“ ein und zeigte dann einen kleinen Ausschnitt des breiten Repertoires.

„Kommen, wohlfühlen, bleiben!“

Zu den Rednern an diesem Abend gehörten neben den beiden Schirmherren Dust und Grewe, der erste Bürger der Stadt, Bürgermeister Oliver Kellner, der die vielseitigen Aktivitäten der Kolpingfamilie herausstrich, eine für die Stadtgesellschaft so immens wichtige ehrenamtliche Einrichtung.
Martin Mersmann und Rainer Müllmann gratulierten als Präsident der KGE und Vorsitzender der Vereinigten Schützengesellschaften im Namen der den Verbünden angeschlossenen Vereine. Pastor Paul Greiwe, der gleichzeitig als Präses der Kolpingfamilie fungiert, hatte bereits im Rahmen des Festgottesdienstes (noch vor dem Regen) gratuliert.
Abschließend reihten sich dann auch noch Stefan Gunder als Vorsitzender der Kolping-Familile und Ralf Unewisse als Leiter der AG Schützengilde ein. Emsdetten ist übrigens die einzige Kolping-Familie bundesweit, die auch eine Schützengilde unterhält.

Gab es zu Beginn mit den 6-b-chen etwas für die Ohren, wurden im Finale etwas für die Augen geboten: DMTG – Dettens Männer Tanz Garde. Sie durften erst nach einer Zugabe  wieder die Bühne verlassen.

Dankesworte durch den Festausschussvorsitzenden und dann war der Tanz eröffnet. FUN-Time, jahrelanger Begleiter beim Kolping-Schützenfest sorgten für die richtige Live-Musik und DJ Tobi sorgte vom Plattenteller für Partymusik.

Heute wird sich dann um 15 Uhr der große Festumzug durch die Innenstadt schlängeln. Das weitere Programm findet sich hier  im Veranstaltungskalender.

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