Von Emsdetten nach Kinshasa: HIKAF investiert in Zukunft

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(Foto: privat)

Im Pfarrheim Herz Jesu hat der Verein HIKAF Emsdetten e.V., gegründet vom ehemaligen Emsdettener Kaplan Abbé Hippolyte Badika, jetzt seine Mitgliederversammlung abgehalten. Dabei wurde nicht nur der Vorstand im Amt bestätigt – im Mittelpunkt stand vor allem die beeindruckende Entwicklung der Bildungsprojekte in der Demokratischen Republik Kongo (RDC), die ohne die Unterstützung aus Emsdetten so nicht möglich wäre.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde der Vorstand bestätigt: Vorsitzende bleibt Hildegard Jürgens. Sylvine Stenger-Hoffmann wurde als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt, ebenso verbleiben Mathilde Pettrup als Beisitzerin und Jürgen Daldrup als Kassierer in ihren Funktionen. Zum neuen Kassenprüfer bestimmten die Mitglieder Boris Sander.

Im Zentrum des Abends stand die Projektarbeit in der Hauptstadt der RDC, Kinshasa, in der rund 17 Millionen Menschen leben. Dort engagiert sich der Verein seit vielen Jahren im Bildungsbereich – mit sichtbarem Erfolg: Aktuell besuchen rund 890 Schülerinnen und Schüler die private, gemeinnützige Mater-Vitae-Schule, deren Aufbau maßgeblich durch Spenden aus Emsdetten ermöglicht wurde. Rund zehn Prozent der Kinder werden durch Stipendien gefördert und erhalten so überhaupt erst Zugang zu Bildung.

Dass dieses Engagement konkrete Lebenswege verändert, zeigen die Beispiele ehemaliger Schülerinnen und Schüler: Ein ehemaliger Schüler der Mater-Vitae-Schule hat erfolgreich die renommierte Académie des Beaux-Arts de Kinshasa erfolgreich abgeschlossen. Die Kunsthochschule gilt als eine der bedeutendsten Ausbildungsstätten für bildende Kunst in Zentralafrika. Ein weiterer Absolvent hat eine verantwortungsvolle Anstellung bei Air France am Flughafen von Kinshasa gefunden. „Das sind Erfolge, auf die auch die Menschen in Emsdetten stolz sein können“, wurde während der Versammlung betont.

Abbé Badika berichtete: „Der Ausbau der Schule schreitet kontinuierlich voran. Unser neues dreistöckiges Gebäude befindet sich derzeit im Bau und wird bereits teilweise genutzt.“ Seit Beginn dieses Jahres wird zudem erstmals das Schulfach Wirtschaft unterrichtet. Perspektivisch sollen die Schülerinnen und Schüler dieser Klassen mit Laptops ausgestattet werden, um ihre Zukunftschancen weiter zu verbessern.

Gleichzeitig machte der Verein deutlich, dass die Arbeit ohne weitere Unterstützung nicht fortgeführt werden kann. Insbesondere für die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler sowie den weiteren Ausbau der Projekte ist HIKAF weiterhin auf Spenden angewiesen.

Auch über besondere Erfolge wurde berichtet: Bei einem Diktatwettbewerb für Mädchen, an dem 70 Schulen aus Kinshasa mit jeweils zwei Teilnehmerinnen teilnahmen, belegte die Mater-Vitae-Schule die Plätze eins und drei. Insgesamt hat sich die Schule zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor in ihrem Stadtteil entwickelt. Rund 250 Arbeitsplätze sind durch das Projekt entstanden – sie sichern das Einkommen vieler Familien.

Ein weiterer Meilenstein: In diesem Jahr feierte die Mater-Vitae-Schule ihr 20-jähriges Bestehen. Zudem wird 2026 erstmals ein kompletter Abiturjahrgang die Schule abschließen.

Über ein weiteres Projekt berichtete Abbé Badika ebenfalls: In Boko, rund 110 Kilometer von Kinshasa entfernt, entsteht derzeit eine neue Schule. Dieses Vorhaben wird gemeinsam mit dem Verein Mission Kongo e.V. aus Münster umgesetzt.

Abgerundet wurde die Versammlung durch einen Bildervortrag sowie einen Film aus der RDC, die eindrucksvoll zeigten, wieviel durch das Engagement aus Emsdetten bereits erreicht wurde – und wie wichtig weitere Unterstützung bleibt.


  • Offizieller Name: Demokratische Republik Kongo (RDC)
  • Lage: Zentralafrika
  • Hauptstadt: Kinshasa (ca. 17 Millionen Einwohner)
  • Einwohnerzahl: rund 110 Millionen
  • Fläche: ca. 2,34 Millionen km² (zweitgrößtes Land Afrikas)
  • Amtssprache: Französisch
  • Weitere Sprachen: u. a. Lingala, Swahili, Kikongo, Tshiluba
  • Währung: Kongolesischer Franc
  • Staatsform: Republik
  • Wirtschaft: Reich an Rohstoffen (z. B. Kobalt, Kupfer, Gold), dennoch eines der ärmsten Länder der Welt
  • Besonderheiten:
    • Eines der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas
    • Sehr junges Durchschnittsalter (über 60 % unter 25 Jahren)
    • Große Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Arbeitsmarkt
  • Bildung: Schulbildung ist oft mit Kosten verbunden – viele Familien sind auf Unterstützung angewiesen

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