Isendorfer Mariengrotte

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(Foto: privat)

Seit 1934, also jetzt im 92. Jahr, findet an jedem Abend im Mai um 20 Uhr an der Isendorfer Mariengrotte eine Maiandacht statt. Egal bei welchem Wetter, selbst die Versuche des Nazi-Regimes, das zu unterbinden, konnten das Engagement der Gläubigen nicht verhindern und auch während der Corona-Pandemie wurden die Andachten dann in einzelnen Gruppen abgehalten um die vorgegebenen Sicherheitsabstände einzuhalten.

In wenigen Tagen, am 01. Mai 2026 um 20 Uhr, lädt die Gemeinschaft zur Maiandacht Nr. 2.822 ein.

Immer wieder ist die Grotte auch Ausflugsziel größerer Gruppen aus dem Umfeld Emsdettens oder gar aus dem Emsland.

Zur Historie der Mariengrotte

In den frühen 1930er-Jahren wurde in Isendorf aus einer Idee Wirklichkeit. Zwei junge Männer, Hermann Olliges und Heinrich Pleimann, wollten der Gottesmutter einen würdigen Ort schaffen. Mit Unterstützung der Gemeinschaft entwickelte sich daraus ein gemeinsames Projekt.

(Foto: privat)

Ein Grundstück wurde gestiftet, ein Eichenstamm geschenkt – daraus schnitzte Hermann Olliges mit großem Einsatz und handwerklichem Können eine Marienstatue. Die Zeit war von Unsicherheit und politischen Umbrüchen geprägt, doch das Vorhaben wuchs weiter.

Am 1. Mai 1934 wurde die Statue feierlich geweiht. Unter freiem Himmel erklangen erstmals Marienlieder, Menschen kamen zusammen, beteten und erlebten einen Ort des Glaubens und der Gemeinschaft.

Schon bald wurde die Marienstatue zu einem festen Mittelpunkt des Lebens in Isendorf. Was mit zwei jungen Männern begann, entwickelte sich zu einem Ort der Begegnung für viele Generationen. Menschen trafen sich hier zum  Beten, Singen und um Kraft zu schöpfen.

Nachdem die erste Statue doch stark unter den Witterungseinflüssen gelittet hatte, wurde eine zweite Figur erstellt und zum Schutz der Figur mit Steinen aus dem seinerzeitigen Bau der Türme der Herz-Jesu-Kirche die heute noch bestehende Grotte errichtet.

Erinnern, bewahren, gemeinsam tragen

Eng verbunden mit der Mariengrotte ist die Lehmkuhler Schützengesellschaft. Mit großem Engagement haben Generationen von Schützenbrüdern dazu beigetragen, die Grotte zu erhalten und zu pflegen.

(Foto: privat)

Ein sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit ist das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Es erinnert daran, wie wertvoll Frieden ist und wie wichtig es bleibt, die Erinnerung wachzuhalten. Die Worte „Den Lebenden zur Mahnung“ sind dabei nicht nur Inschrift, sondern auch Auftrag.

Vor allem im Zweiten Weltkrieg gewann der Ort an Bedeutung: Familien suchten hier Trost und einen Platz für ihre Sorgen, viele Anliegen wurden an Maria herangetragen.

Mit den Jahren wurde die Anlage erweitert: Wege wurden angelegt und die Umgebung gepflegt. Nach dem Krieg lebte das gemeinschaftliche Leben wieder auf, mit Maiandachten, Prozessionen und Besuchen von Gruppen.

Bis heute ist die Mariengrotte ein Ort der Ruhe und Besinnung. Wer hier verweilt, spürt die besondere Atmosphäre aus Natur, Stille und gelebtem Glauben, die Menschen seit Jahrzehnten verbindet.

Traditionen werden hier bis heute gepflegt. Die jährliche Schützenmesse, gemeinsame Andachten, die Kranzniederlegung und der Beginn des Schützenfestes finden an der Isendorfer Mariengrotte statt.

Gemeinnütziger Verein gegründet

Im vergangenen Jahr hat sich ein gemeinnütziger Verein gegründet. Ihm ist es eine Herzensangelegenheit, die Mariengrotte in bestem Zustand zu erhalten. Das ganze Jahr über widmen sie sich der gewissenhaften Pflege: Sie inspizieren die Grotte regelmäßig, harken die Wege und Beete und sorgen für leuchtende Kerzen. Im Frühjahr und Sommer wird sich um die blühende Bepflanzung gekümmert, während im Herbst der Baumschnitt erfolgt, um die Sicherheit und Schönheit dieses Ortes dauerhaft zu garantieren.

Ein Team aus Vorbeterinnen führt durch die Andachten aus christlichen Texten, gemeinsamen Gebeten und feierlichen Marienliedern.
„Wir freuen uns über jeden Besucher, der den Weg zu uns findet.“ heißt es dazu gegenüber AllesDetten.

„Dass wir diese wertvolle Arbeit fortsetzen können, verdanken wir der Unterstützung von Menschen, denen dieser historische Platz ebenso am Herzen liegt wie uns. Ihre Hilfe sichert das Fundament, um die Mariengrotte auch künftig als Ort der Besinnung zu erhalten.

Um die Arbeit dieses Vereins und damit den Erhalt der Mariengrotte sicherzustellen, kann man Fördermitglied werden. Die Gemeinnützigkeit des Vereins ist anerkannt, die Spenden somit steuerlich absetzbar. Bei den Maiandachten werden Flyer mit den notwendigen Informationen ausliegen. Aktuell wird eine Homepage erstellt, auf der man dann auch entsprechende Formulare herunterladen kann. Wer spenden möchte, kann sich gerne an info@AllesDetten.de (Betreff: „Mariengrotte“) wenden, wir werden die Anfrage weiterleiten. Sobald die Homepage fertig erstellt ist, erfolgt an dieser Stelle eine direkte Verlinkung.

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