Der Draht zwischen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf und dem Kreis Steinfurt ist kurz und direkt. Um diesen guten Kontakt zu pflegen, hatte Landrat Dr. Martin Sommer jetzt zum traditionellen Jahresgespräch ins Kreishaus eingeladen. Gemeinsam mit dem Bau- und Umweltdezernenten Carsten Rehers und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt), Christian Holterhues, tauschte sich der Landrat mit den Vertretern der Kreishandwerkerschaft über aktuelle Themen und Herausforderungen des Handwerks im Kreis Steinfurt aus. Hauptgeschäftsführer Frank Tischner sowie Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann und sein Stellvertreter Thomas Bäumer hatten dazu eine Agenda mitgebracht.
Im Rahmen des Treffens beschäftigten sich die Teilnehmer unter anderem mit den neuen Vergaberegelungen. Seit dem 1. Januar 2026 gelten in NRW grundlegend neue Vergaberegeln für Kommunen. Sie sollen für mehr Flexibilität und weniger Bürokratie sorgen. „Diese neuen Regelungen bieten Chancen für das Handwerk“, befand Landrat Dr. Martin Sommer. Frank Tischner ergänzte: „Nun kommen bei einer Vergabe endlich die besten Anbieter zum Zuge, für das Handwerk ist es wichtig, dass die Losvergabe weiterhin oberste Priorität hat“.
Weiteres Thema der Gesprächsrunde und wichtiges Anliegen aller Teilnehmer: die Bekämpfung von Schwarzarbeit. Die illegale Beschäftigung schwäche die Chancen der Arbeitslosen, einen regelkonformen Arbeitsplatz zu finden und verursache zudem Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe bei den Sozialversicherungsträgern und beim Staat, die im Ergebnis zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürgern und Betriebe gingen. „Letztlich wird damit die Grundlage unseres Sozialstaates gefährdet“, betonte der Landrat und erntete damit Zustimmung von allen Seiten. Der Kampf gegen illegale Beschäftigung stelle allerdings alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen.
Derzeit machen sich die bedingt durch den Krieg im Iran gestiegenen Energiekosten auch in den Handwerksbetrieben bemerkbar. „Der Weg zum Kunden wird teurer“, fasste Kreishandwerksmeister Heinz-Bernd Lohmann die aktuelle Situation zusammen. Zudem wirkten sich die Unsicherheiten im Nahen Osten durch gestörte Lieferketten verbunden mit weiteren Kostensteigerungen sowie eine allgemeine Zurückhaltung bei Investitionen auf die Handwerksbetriebe aus. Dies stelle eine zusätzliche Belastung für die Wirtschaft dar.
„Der Wandel in der Weltwirtschaft ist in unserer Region deutlich zu spüren. Er wirkt sich vor Ort unmittelbar aus“, weiß Dr. Martin Sommer um den wirtschaftlichen Druck, den viele Betriebe derzeit zu spüren bekommen. Umso wichtiger sei es deshalb, am Ball zu bleiben, das Handwerk zu stärken und den Fachkräftebedarf in der Region zu sichern.
In diesem Zusammenhang stellten die Gesprächspartner die besondere Bedeutung der dualen Ausbildung in den Betrieben heraus. „Gerade in diesen bewegten Zeiten bietet die duale Ausbildung jungen Menschen sichere und anspruchsvolle Berufe mit hervorragenden Fortbildungs- und Karrieremöglichkeiten“, berichtete Frank Tischner. Der Landrat ergänzte: „Gut ausgebildete Nachwuchskräfte helfen zudem dabei, das Problem der Nachfolge in vielen handwerklichen Betrieben anzugehen.“ Beratung und Unterstützung bei der Betriebsübernahme und -übergabe erhalten Unternehmen im Kreis Steinfurt übrigens bei der Kreishandwerkerschaft und der WESt.
Die Bilanz dieses persönlichen Gesprächs fiel durchweg positiv aus und es unterstreicht die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es sei immer gut, in den direkten Austausch zu gehen, lobte Landrat Dr. Martin Sommer zum Schluss die allzeitgute Kommunikation mit der Kreishandwerkerschaft.




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