In diesen Tagen sieht man es in vielen Gärten und an Feldrändern noch einmal intensiv arbeiten: Bevor der Frühling offiziell Einzug hält, bringen Gartenbesitzer und Landschaftsbauer ihre Hecken und Sträucher in Form. Doch damit ist bald Schluss. Mit Ablauf des 28. Februars endet die gesetzliche Rückschnitt-Saison – zum Schutz unserer heimischen Tierwelt.
Gesetzlicher Schutz für Brutstätten
Die Regelung im Bundesnaturschutzgesetz ist eindeutig: Vom 1. März bis zum 30. September ist es verboten, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu entfernen. Wer diese Frist ignoriert, riskiert nicht nur ein empfindliches Bußgeld, sondern stört empfindlich das Ökosystem.
Hintergrund ist die beginnende Brut- und Setzzeit. Hecken sind die „Kinderstuben“ unserer Natur. Vögel wie das Rotkehlchen, die Heckenbraunelle oder der Zaunkönig suchen sich bereits im frühen Frühjahr geschützte Nistplätze, um ihre Gelege vor Räubern zu verbergen.
Was im Sommer noch erlaubt ist
Trotz des allgemeinen Verbots müssen Gartenbesitzer nicht verzweifeln, wenn ein Zweig über den Zaun wächst. Erlaubt bleiben über den Sommer:
- Form- und Pflegeschnitte: Der Zuwachs des laufenden Jahres darf vorsichtig gestutzt werden, um die Form der Hecke zu erhalten.
- Verkehrssicherung: Wenn Hecken die Sicht im Straßenverkehr behindern oder Gehwege blockieren, muss sogar gehandelt werden.
Wichtiger Hinweis:
Auch bei erlaubten Pflegeschnitten gilt die Sorgfaltspflicht. Bevor die Schere angesetzt wird, muss das Gehölz unbedingt auf bewohnte Nester geprüft werden. Befindet sich ein Nest im Strauch, ist jegliche Arbeit tabu, bis die Jungvögel flügge sind.
Ein Paradies für Nützlinge
Ein bewusster Verzicht auf radikale Schnitte nutzt nicht nur den Vögeln. Auch Igel, Erdkröten und zahlreiche Insektenarten finden im dichten Geäst Schutz und Nahrung. Wer seinen Garten naturnah gestalten möchte, lässt die Schere im Sommer also lieber öfter im Schuppen.
Unsere heimische Natur wird es mit einem lebendigen Konzert aus den Zweigen danken.




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