TVE fliegt über den WHV hinweg

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(Foto: Fisseler)

Das ist der nächste Streich! Mit 45:30 Toren wird der Wilhelmshavener HV aus der EMS-Halle geschossen und muss ohne Punkte die Heimreise antreten. Für Emsdetten sind es die Punkte 37 und 38, der unangefochtene Tabellenführer bleibt eine Klasse für sich – staffelübergreifend.

Ein wenig Vorahnung lag in der Luft als die Partie von den beiden Schiedsrichterinnen angepfiffen wurde. Der Wilhelmshavener HV befindet sich in einer ganz schwierigen Lage. Der kleine Kader muss seit Saisonbeginn immer wieder an die Grenzen gehen. Verletzungspech sorgt dafür, dass die übrig gebliebenen Leistungsträger häufig durchspielen müssen und nur wenig Entlastung bekommen. Einige richtig gute wie Matej Kozul oder Okke Dröge sind aber noch fit und liefen am Samstagabend auf. Im Tor stand Ex-TVE-Keeper Konstantin Madert. Der stand auch oft im Mittelpunkt, lieferte an alter Wirkungsstätte eine richtig gute Partie ab.

Dass der WHV sich nicht freiwillig geschlagen gibt zeigte er über weite Strecken der ersten Halbzeit. Erst nach gut einer Viertelstunde konnte die erste Emsdettener Führung nach einem Gegenstoß von Eric Damböck bejubelt werden. Eine Zeitstrafe für Jakub Toth verschaffte dem grünen Lager mehr Platz auf der Platte. Gästecoach Christian Köhrmann versuchte den kleinen Lauf des TVE zu beenden und unterbrach ihn mit einer Auszeit. Das half seinen Schützlingen nur kurz: Nach Fynn Hasenkamps Treffer zur 11:10 Führung in der 21. Spielminute legten er uns seine Teamkollegen noch vier weitere Treffer nach und setzten sich mit 15:10 erstmals deutlich ab. Zur Halbzeit stand eine verdiente 20:14 Führung auf der Anzeigetafel, mit der es immer wieder technische Probleme gab. Auch der Hallensprecher war sich nicht immer sicher wie es denn nun zwischenzeitlich steht.

Zweite Halbzeit: Wilhelmshaven geht die Luft aus

Im zweiten Durchgang musste der WHV dann für alle sichtbar dem kleinen Kader Tribut zollen. Nur zwölf fitte Spieler hatten sich auf den Weg nach Emsdetten gemacht, davon waren mit Madert und Lefan zwei Torhüter im Aufgebot. Der TV Emsdetten konnte viel wechseln und seinen Akteuren Pausen verschaffen. Beim WHV war jetzt sichtlich die Luft raus. Ein ums andere Mal sahen sie nur die Rücklichter ihrer flinken Gegenspieler und mussten Tor um Tor schlucken. Mit zunehmender Spieldauer gab es immer weniger Gegenwehr für den TVE. Auch die A-Jugendlichen bekamen Spielzeit. Dörtelmann und Kubes konnten sich in die Torschützenliste eintragen, Leistungsträger konnten geschont werden. Der 45:30 Sieg war auch in der Höhe verdient – da trafen am Samstagabend einfach zwei Teams mit völlig unterschiedlichen Möglichkeiten aufeinander.

Wilhelmshavener HV: Ehemaliges Schwergewicht strauchelt

Der WHV ist in Handball-Deutschland immer noch ein großer Name mit viel Tradition und tollen Fans. Die aktuelle Spielzeit ist eine echte Herausforderung für Mannschaft und Fans. Der ohnehin schon kleine Kader mit dem die Nordlichter in die Saison gingen wird durch Verletzungen weiter dezimiert. Die ersten sieben Spieltage gingen alle verloren, und nicht wenige Fans sahen den Traditionsverein schon auf dem Weg in die vierte Liga. Erst am 18. Oktober 2025 gab es den ersten Heimsieg: Die zwei Punkte gegen den VfL Fredenbeck waren eine Erlösung für Verein und Anhänger. Seitdem hat sich die Mannschaft stabilisiert und auf einem Platz im Mittelfeld der Tabelle eingefunden. Für den WHV bleibt zu hoffen, dass sie in dieser Spielzeit trotz kleinem Kader noch einige Punkte holen und nicht weiter nach unten abrutschen, dass die Verletzten zurückkehren und wieder gesund werden. Emsdettens ehemaliger Torhüter Konstantin Madert demonstrierte am Samstageabend dass der WHV durchaus Sympatieträger in seinen Reihen hat. Yannick Terhaer trat zum Siebenmeter an. Der Ball landete an Maderts Schulter, und von da am Kopf. Der Detmolder Madert zeigte dem Schiedsrichtergespann sofort an dass der Ball zuerst an die Schulter ging und Terhaer dafür nicht bestraft gehört. Ein echter Sportsmann. Viel Glück für den weiteren Saisonverlauf!

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