Antiprotonen, Lichtgeschwindigkeit und die Erfüllung eines Lebenstraumes

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(Foto: Thomas Hesters)

Thomas Hesters, treuer Leser von AllesDetten, berichtet uns von einem lange gehegten Traum, der für ihn in Erfüllung gegangen ist. Habt auch Ihr einen Lebenstraum der schon erfüllt werden konnte oder noch auf Erfüllung wartet? Schreibt uns Eure Geschichte (redaktion@AllesDetten.de) , lasst uns an Eurem Glück teilhaben oder vielleicht lässt sich auf diesem Weg ein Wunsch erfüllen.

„Ich war schon immer von den kleinsten und größten Dingen im Universum fasziniert. Habe seit der Kindheit unzählige Bücher über Astro- und Kernphysik verschlungen. Beruflich konnte ich diese Leidenschaft nicht umsetzen, aber das Hobby blieb.

In Genf, unter dem gleichnamigen See und dem französischen Jura ist 1954 eine Kooperation zur Teilchenforschung gegründet und seitdem unter dem Namen CERN bekannt. Hier werden heute in einem 27 km Beschleunigerring Protonen und Bleikerne auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zum Zusammenprall gebracht. Anschließend werden mit sehr großen Detektoren diese Kollisionen analysiert.

Es war immer ein Traum diese Anlage einmal zu besuchen weil sie relativ einfach zu erreichen ist. Am 08. Januar 2026 wurde der Traum wahr.

Ich fuhr am Vortag mit dem Zug nach Heidelberg, schlief etwas und war pünktlich nachts um 01 Uhr am Treffpunkt für die Busfahrt in die Schweiz. Morgens um 08:30 Uhr trafen wir auf dem Gelände des CERN ein. Sechs Stunden Zeit mit Ausstellung, Vorträgen und Rundgang durch die Anlage.

Zunächst hatten wir Gelegenheit eine gut gemachte interaktive Ausstellung über Sinn und Zweck des Teilchenbeschleunigers und der Forschung zu besuchen.

Dann ging es mit dem Bus zur „Antimaterie Fabrik“ wo, wie der Name sagt, Antimaterie hergestellt wird. In einem ersten Schritt werden Wasserstoffatome auf nahe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dessen Elektron „abgetrennt“. Anschließend wird dass Proton auf eine Iridiumplatte (ein Metall) geschossen. Die dabei entstehenden Antiprotonen werden in mehreren Schritten verlangsamt und in einer „magnetischen Flasche“ für Forschung aufgefangen ebenso die Elektronen.

Der begleitende Physiker erklärte alle Schritte sehr umfassend und beantwortete fast alle Fragen.

Für mich war sehr wichtig, die Grundlagen dieser Anlage verstanden und vieles davon schon vorher gewusst zu haben und entsprechend Fragen stellen zu können. Aber der wohl wichtigste Moment war, als ich die Anlage, den Beschleunigerring berühren konnte. Dieser war zu meinem Glück, grade außer Betrieb und begehbar. Deswegen war ich hier. Dieses Interesse für Naturwissenschaften ist nicht sehr verbreitet, was ich als bedauerlich empfinde da wir über die Welt um uns und in uns mehr gelernt haben sollten. Es gibt so zwei, drei Begebenheiten die ich nie vergessen werde, sie sind „eingebrannt“, z.B . eine Jumbo Jet Landung in Frankfurt die ich im Cockpit erleben durfte. Jetzt, am 08. Januar 2026 ist etwas Neues dazu gekommen.

Um 14 Uhr ging es zurück nach Hause. Voller Eindrücke die mich noch lange beschäftigen werden.“

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