6,213 Mio. € fließen aus der EU nach Emsdetten

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(Foto: Stadt Emsdetten)

„Es kommt nicht oft vor, dass Emsdetten zusammen mit Städten wie Aachen, Bielefeld, Köln oder auch Düsseldorf in einem Atemzug genannt wird.“, zeigte sich Bürgermeister Oliver Kellner gestern in einem Pressegespräch hocherfreut und auch ein wenig stolz über die Nachricht, die er aus der Landeshauptstadt mitgebracht hat: „Unsere strategische Arbeit der letzten Jahre zeigt jetzt Früchte.“

Zusammen mit Joshua Blum, dem Fördermanager der Stadt Emsdetten, hatte Kellner noch am Mittag in Düsseldorf zwei Förderbescheide entgegennehmen können: aus dem EFRE-Förderprogramm (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) werden insgesamt 52 Mio. € für ganz NRW ausgeschüttet, Emsdetten erhält davon 6,21 Mio. € also etwa 12 %.

Neun politisch bereits beschlossene Projekte werden mit jeweils 80 % aus EU-Mitteln gefördert (siehe Info am Ende des Berichtes).
„Der bereits erfolgte politische Beschluss war eine der zwingenden Voraussetzungen für die Förderfähigkeit.“, erläutert Joshua Blum, der sich ausdrücklich bei allen Beteiligten bedankt. Dazu gehört die Politik, die die richtigen Entscheidungen getroffen hat, dazu gehören die Mitarbeiter der Verwaltung die für das notwendige Zahlenmaterial sorgen, dazu gehören aber auch Ministerium, Bezirksregierung und Förderträger für die Beratung. „Fördermanagement ist Teamarbeit!“

Diese geförderten Projekte umfassen ein Investitionsvolumen von insgesamt 9 Mio. €. Nach Abzug der KAG-Beitragserstattung in Höhe von 1,24 Mio. € verbleiben förderfähige Kosten in Höhe von 7,76 Mio. €. Hierfür gibt es 80 % = 6,213 Mio. €. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Emsdetten für Investitionen in Höhe von 9 Mio. € selber nur 1,55 Mio. € aufbringen muss.

„Wichtig ist mir dabei, dass Emsdetten nicht Projekte umsetzt, weil es da gerade irgendwo Fördermittel gibt, sondern dass wir Projekte planen, die notwendig sind und dann schauen, ob hierfür möglicherweise Fördermittel zur Verfügung stehen.“ betont Bürgermeister Kellner die strategische und nachhaltige Vorgehensweise seiner Verwaltung.

Bedingung des Fördergebers: Die Projekte müssen bis Ende 2028 umgesetzt sein. „Das“, so Technischer Beigeordneter Martin Dörtelmann, „bedeutet, dass diese Projekte jetzt priorisiert bearbeitet werden!“ und macht damit gegenüber Politik und Verwaltung deutlich, dass es hier zu keinen Scharmützeln kommen sondern man zielführend an einem Strang ziehen sollte.


Fahrradstraße Blumenstraße; Fördersumme 520.046,46 Euro

Die Fahrradstraße Blumenstraße wird zwischen Neubrückenstraße und Lönsstraße ausgebaut, hier sollen bestehende, veraltete Verkehrsberuhigungen durch eine moderne Straßenraumgestaltung ersetzt werden. Damit wird der Straßenraum eindeutig auf den Radverkehr ausgerichtet, ohne die Bedürfnisse anderer Verkehrsteilnehmenden zu vernachlässigen. Durch die neue Gestaltung wird die Verkehrssicherheit erhöht und die Aufenthaltsqualität im Quartier verbessert. Besonderen Wert legt die Stadt auf die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmenden: Eine neue Überquerungshilfe auf Höhe des Wald-Spielplatzes ermöglicht Kindern und Begleitpersonen künftig ein deutlich sichereres Passieren der Fahrradstraße.

Fahrradstraße Grünring, Westring und Droste-Hülshoff-Allee; Fördersumme 1.307.643,17 Euro

Der Umbau der Route Grünring, Westring und Droste-Hülshoff-Allee, auch genannt „Grünes Band“, gehört zu einem geplanten Netz von Fahrradstraßen, welches das Stadtzentrum umfassend erschließen soll. Die dann durchgängige Fahrradstraße entlang des rund 2,5 Kilometer langen Straßenzuges soll sowohl für Alltags- als auch für Schulwege einen hohen funktionalen und städtebaulichen Mehrwert bieten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die äußeren Fahrbahnen zur Fahrradstraße umgestaltet, Anliegende dürfen diese weiterhin nutzen. Der mittige Gehweg wird künftig ausschließlich dem Fußverkehr vorbehalten sein. Als zentrale Elemente der Maßnahmen werden die Kreuzungen der Landesstraßen Neuenkirchener Straße, Borghorster Straße und Nordwalder Straße berücksichtigt und grundlegend neugestaltet. Des Weiteren wird der defekte Oberbau der äußeren Fahrbahnen zwischen der Neuenkirchener Straße und dem Vennweg im Zuge des Umbaus komplett erneuert.

Spiel- und Sitzroute Grünes Band; Fördersumme 112.920,74 Euro

Mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität und Nahmobilität entlang des Straßenzuges Grünring, Westring und Droste-Hülshoff-Allee zu erhöhen, erfolgt die Einrichtung einer begleitenden Spiel- und Sitzroute innerhalb der Baumallee, dem sogenannten „Grünen Band“. Die Maßnahme erstreckt sich über rund 1,3 Kilometer zwischen Vennweg und Voßstraße. Im Zentrum steht dabei die inklusive Nutzbarkeit. Menschen aller Altersgruppen und mit unterschiedlichen Mobilitätsvoraussetzungen sollen sich begegnen, gemeinsam bewegen und austauschen können. Hierfür werden entlang der Strecke Sitzmöglichkeiten, Fahrradabstellbügel und Hängematten installiert. Zudem wird sich die Route in drei Abschnitte mit spezifischen Schwerpunkten gliedern. Im ersten Abschnitt, dem sogenannten „Parcours der Sinne“, der sich vom Grünring/Vennweg bis zur Kreuzung Grünring/Am Perrediek erstreckt, wird der Fokus auf einer naturnahen Gestaltung und der Aktivierung der Sinneswahrnehmung liegen. Im mittleren Abschnitt zwischen der Kreuzung Grünring/Am Perrediek und Westring/Goldbergweg entsteht ein Bereich mit dem Schwerpunkt „Bewegung-on-Demand“. Hier werden Geräte aus dem Bereich Calisthenics installiert, die durch das Training mit dem eigenen Körpergewicht genutzt werden können. Der dritte Abschnitt, der zwischen Westring/Goldbergweg und Voßstraße verläuft, bildet den sogenannten „Motorikparcours“ bzw. Niedrigseilgarten. Dieser Bereich fokussiert sich auf Koordination, Gleichgewicht und Körpergefühl.

Umgestaltung Sandufer mitsamt Anbindung der Kirchstraße an die Wilhelmstraße; Fördersumme 2.408.163,45 Euro

Im Zuge dieser Maßnahme plant die Stadt Emsdetten die umfassende Umgestaltung des Sandufers zu einem verkehrsberuhigten, barrierefreien und klimaangepassten Eingang zur Innenstadt. Die heutige Raumgestaltung ist nicht mehr zeitgemäß, die Anforderungen entsprechen einem innerstädtisch prägenden Platz somit nicht mehr. Die Umgestaltung erfolgt in enger Abstimmung mit dem geplanten Neubau der Sparkassengeschäftsstelle. Dabei wird der zentrale Platzbereich künftig ausschließlich Fußgängerinnen und Fußgängern, dem Radverkehr sowie temporär dem Lieferverkehr und dem Bürgerbus zur Verfügung stehen. Neue Bäume, bepflanzte Beete mit insektenfreundlicher Staudenbepflanzung und fest installierte Sitzmöglichkeiten sorgen künftig für mehr Aufenthaltsqualität. Zusätzlich wird ein Spielbereich mit einem großen Klettergerüst und ergänzenden Spielelementen entstehen. Die Zufahrt zur westlichen Kirchstraße und Karlstraße über den Sandufer wird aufgehoben. Sie erfolgt zukünftig über eine neue Einbahnstraßenregelung der Wilhelmstraße. Dazu wird die Kirchstraße an die Wilhelmstraße angebunden. Der Verkehr kann wie gewohnt über die Karlstraße abfließen. Die Erschließung des gesamten Quartiers ist weiterhin gewährleistet. Die bestehenden Parkplätze werden teilweise verlagert.

Verkehrsachse Münsterstraße; Fördersumme 1.318.034,04 Euro

Das geplante Vorhaben wird sich über die Münsterstraße und die Hansestraße bis zur Bundesstraße B 481 sowie über den Abschnitt der Münsterstraße zwischen Hansestraße und Sternstraße erstrecken. Mit dem Ziel, einen sicheren und komfortablen Verkehrsraum mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen, erfolgt die Umgestaltung in drei Teilbereichen. Am Knotenpunkt Münsterstraße / Im Hagenkamp wird ein Minikreisverkehr errichtet, der die bisher unübersichtliche Kreuzung ersetzt. Zusätzlich wird der Straßenabschnitt zwischen den Knotenpunkten Münsterstraße / Im Hagenkamp und der Hansestraße / B 481 (Münsterstraße bis Hansestraße) vollständig erneuert. Der Straßenabschnitt der südlichen Münsterstraße zwischen Hansestraße und Sternstraße wird als Fahrradstraße ausgestaltet. Dabei wird die Durchfahrt zur Sternstraße durch eine Sackgassenregelung für den Kfz-Verkehr unterbunden. Verkehrsberuhigende Elemente und Aufenthaltsbereiche im Straßenbereich führen zusätzlich zur Erhöhung der Sicherheit für den Radverkehr.

Mobilstationen; Fördersumme 547.027,40 Euro

Barrierefreie Mobilstationen werden künftig im Stadtgebiet als Schnittstellen zur Bündelung und Vernetzung von Mobilitätsangeboten dienen. Ausgestattet mit Fahrradbügeln und -überdachungen oder Fahrradboxen, Wartehallen und Informationstafeln schaffen sie attraktive Umsteigepunkte zwischen verschiedenen Verkehrsformen und tragen so zur Förderung nachhaltiger Mobilität bei.

Die Mobilstation am Bahnhof wird dabei den zentralen Knotenpunkt der Stadt bieten. Mit den zwei Radabstellanlagen, die vielen Fahrrädern Platz bieten, bietet der Emsdettener Bahnhof ohnehin schon gute Umsteigemöglichkeiten zwischen Fahrrad, Bus und Bahn. Die Umgestaltung zur Mobilstation wird weitere qualitative Verbesserungen der vorhandenen Infrastruktur ermöglichen und die Attraktivität des Umweltverbundes erhöhen.

Ergänzend werden die Ortsteile Hembergen, Sinningen und Ahlintel durch die Installation von Mobilstationen besser in das städtische Mobilitätsnetz eingebunden. Die geplanten Mobilstationen sollen in Hembergen und Sinningen die Nahmobilität stärken und Umsteigemöglichkeiten zum ÖPNV schaffen. In Ahlintel soll die Mobilstation dagegen die Erreichbarkeit verbessern und als lokale Schnittstelle dienen.

Insgesamt werden die Mobilstationen der Stadt Emsdetten zukünftig dazu dienen, die Abhängigkeit vom privaten Pkw zu reduzieren, die Wahlfreiheit zwischen Verkehrsmitteln zu erhöhen und die Lebensqualität durch bessere Vernetzung und nachhaltige Mobilitätsangebote zu steigern.

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