100 Jahre Reckenfeld – Ka-Ki-V – Karneval für alle – ganz nah an der Kirche

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(Grafik: Schwegmann)

Im Rahmen der Reportage werfen wir heute einen genaueren Blick auf einen Verein, der das bunte Treiben der Gemeinde auf eine ganz besondere Art prägt: den Ka-Ki-V – Karneval Kirchlicher Vereine. Denn Reckenfeld ist karnevalistisch doppelt aufgestellt und kann sich glücklich schätzen, nicht nur die Reckenfelder Karnevals Gesellschaft (ReKaGe) zu haben, sondern auch den Ka-Ki-V. Um ehrlich zu sein, als ich das erste Mal hörte, dass im Karneval eine Prinzessin das Sagen haben kann – und nicht nur ein Prinz – war ich sofort fasziniert. Diese ungewöhnliche Tradition ist nur eine von vielen Besonderheiten des Ka-Ki-V, die ihn so einzigartig machen.

(Foto: Sterthues)

Um die Besonderheiten dieses Vereins zu beleuchten, habe ich mich mit Dirk Wenselowski getroffen. Er ist seit Kindheitstagen eng mit dem Ka-Ki-V verbunden, regierte 2010 gemeinsam mit seiner Frau als Prinzenpaar und führt den Verein seit 14 Jahren als Präsident an.

Eine andere Art von Karnevalsverein

Der Ka-Ki-V entstand einst aus dem Zusammenschluss mehrerer kirchlicher Vereine, darunter die Messdiener und die Kolpingsfamilie. Das System des Ka-Ki-V unterscheidet sich grundlegend von dem anderer Karnevalsvereine, denn er ist kein eingetragener Verein. Diese Besonderheit prägt seine Struktur und Philosophie maßgeblich. Die Gemeinde Greven und ihre Kirche stehen voll hinter dem Verein, und das auf ganz lokale Weise: Der aktuelle Pfarrer der Gemeinde Greven ist stets der Präses des Ka-Ki-V.

Trotz der kirchlichen Wurzeln ist der Ka-Ki-V für jeden offen. Jeder kann Mitglied werden, unabhängig von der Religionszugehörigkeit. Und noch eine Seltenheit: Es gibt keine Mitgliedsbeiträge. Dieses offene Konzept spiegelt den Wunsch wider, Karneval für alle zugänglich zu machen und jedem die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen. Auch die Unterstützung für den Prinzen oder – eine weitere Besonderheit – die Prinzessin des Vereins wird großgeschrieben.

(Foto: Sterthues)

„Unser Ziel ist es, Karneval für wirklich jeden in Reckenfeld erlebbar zu machen“, erklärt Wenselowski.

Von Mitgliedern für Mitglieder: Das besondere Programm

Ein Herzstück des Ka-Ki-V ist die Gestaltung des Programms für die Proklamation und den Seniorennachmittag. Hier setzt sich der Ka-Ki-V bewusst von anderen Vereinen ab: Es werden keine externen Künstler eingekauft. Stattdessen stehen die Mitglieder des Vereins selbst auf der Bühne und gestalten das gesamte Programm aus den eigenen Reihen. Ob Büttenreden, Tänze oder Gesangseinlagen – alles entsteht in Eigenregie und mit viel Herzblut. Die Eintrittskarten für diese beiden Veranstaltungen decken die Unkosten des Vereins.

„Wir sind stolz darauf, dass unser gesamtes Programm ‚hausgemacht‘ ist“, so Wenselowski. „Das schafft eine ganz besondere Atmosphäre und zeigt, welche Talente in unseren eigenen Reihen stecken.

Die Pflege der Gemeinschaft geht über die Bühnenauftritte hinaus. Klassisch gehört auch der Besuch sozialer Einrichtungen dazu: Altenheime und Kindergärten werden besucht, um die Freude am Karneval in die gesamte Gemeinde zu tragen.

Da der Ka-Ki-V kein „klassischer“ Verein im herkömmlichen Sinne ist, muss auch kein Mitgliedsantrag ausgefüllt werden. Dirk Wenselowski schätzt den Kreis der Personen die mit dem Verein verbunden sind auf 200 Personen – einige mehr, einige weniger aktiv.

Vom ersten Wagen bis zum Jubiläum

Die Geschichte des Ka-Ki-V reicht weit zurück: Bereits 1947 fand die erste Karnevalssitzung im alten Pfarrhaus statt, damals noch ohne Karnevalsprinz.

Der erste offizielle Karnevalswagen des Ka-Ki-V fuhr vergleichsweise spät, nämlich erst im Jahr 2009. Dieser Wagen ist seither der Stammwagen, der jedes Jahr gleich bleibt. Seit 2011 wird dieser durch einen jährlich neuen Mottowagen ergänzt, der das jeweilige Thema der Session aufgreift.

Das übergeordnete Ziel des Ka-Ki-V ist klar: Karneval für jeden möglich zu machen und jedem die Gelegenheit zu geben, sich einzubringen.   Reckenfeld100

Auch bei den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum Reckenfelds spielt der Ka-Ki-V eine wichtige Rolle: Sie werden das Kuchenbuffet organisieren und damit einmal mehr zeigen, wie sehr sie das soziale Gefüge der Gemeinde bereichern.

(Foto: Sterthues)

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