„Wir werden bald einen stummen Frühling erleben!“

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(Foto: Auszug der Informationsvorlage der Stadt Emsdetten)

…mahnende Worte durch Herrn Dr. Schwarzer im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität. Er und Dajana Prinz, Umweltmanagerin der Stadt Emsdetten, zeigten in der Sitzung am Dienstag im Bürgersaal von Stroetmanns Fabrik die Folgen der Trampelpfade auf, die sich im Naturschutzgebiet Emsaue gebildet haben. Ein leidenschaftliches Plädoyer verdeutlichte hier den Ernst der Lage.

Spaziergänger, die dieses schöne Fleckchen Erde genießen wollen, halten sich leider viel zu häufig nicht an die vorgegebene Wegeführung. Inbesondere Bodenbrüter sind hier gefährdet.

(Foto: Auszug aus der Informationsvorlage der Stadt Emsdetten)

Christian Sorge (Die Grünen): „Viele Menschen gehen in dieses Gebiet, ohne wirklich zu wissen, was sie anrichten, lassen ihre Hunde frei oder an der langen Leine laufen. Es sind nicht die Hunde, die die Nester gefährden. Durch die Hunde werden aber die brütenden Vögel aufgeschreckt und verraten somit den natürlichen Feinden ihren Standort.“

Und tatsächlich sind viele parallele Trampelpfade erkennbar, die darauf schließen lassen, dass Spaziergänger mit Hunden „Begegnungsverkehr“ mit anderen Vierbeinern meiden wollen.

Heiner Stegemann, als Vertreter der Ortslandwirte in diesem Ausschuss: „Diese Beobachtungen sind leider nicht nur in der Emsaue zu machen.“

„Wir sollten hier mehr auf Aufklärung setzen,“ forderte Manfred Dietz (CDU), „Schilder könnten helfen, Broschüren in Kindergärten und Schulen – viele sehen nur den Freizeiteffekt, kaum einer weiß wirklich was geschädigt wird, wenn man sich dort abseits der Wegeführung aufhält.“

Auch Norbert Helming (CDU) prangerte die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung an: „Es ist wichtig, dass dort regelmäßig jemand nachsieht und auch sanktioniert.“

Ralf Deupmann vom Baubbetriebshof musste dem jedoch entgegenhalten, dass da diverse Schilder angebracht werden. Auf denen finden sich dann aber Beschmierungen wie „Und wo bleibt der Mensch?“

Auch sind in diesen Gebieten immer wieder Ranger des Kreises Steinfurt unterwegs. Kontrollgänge werden also gemacht, jedoch kann man hier unmöglich eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung vornehmen.

Es wird der Stadt Emsdetten wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Gebiete einzuzäunen. Mit diesen Maßnahmen ist bereits begonnen worden.

(Foto: Auszug aus der Informationsvorlage der Stadt Emsdetten)

2 Kommentare

  1. Grundlage der Erörterung war die städtische Drucksache 73/2022 „Information über Maßnahmen zur Besucherlenkung in der Emsaue“ vor. Deren Angaben zu dem Themenkomplex sind z.T. falsch oder tendenziös.
    „EmsRadweg“ und „Emsaue ganz nah“ waren Maßnahmen, die ohne Rücksicht auf die bestehenden Wege (Leinpfad) und gegen den Wunsch vieler Bürger in eine vorher durchgängige Weide-Landschaft gebaut wurden. Damit haben sich die „Naturschützer“ durchgesetzt und dem eigenen Anspruch einen Bärendienst erwiesen. Die Geister, die man rief, will man nun wieder in die Flasche kriegen. Hätte man die Weiden Weiden sein lassen und den vorhandenen Leinpfad genutzt, wie es andernorts gemacht wurde, gäbe es keine Trampelpfade und man hätte heute einen höheren Naturwert.
    Unsere Bürger-Initiative für den Leinpfad wird so dargestellt, als würden wir immer neue Wege fordern. Falsch! Im Gegenteil, wir wollten ausdrücklich keine neuen Wege! Wir fordern die jahrzehntelang bestehende Wege wieder nutzbar zu machen. Auch wird unser „… Vergleich mit den Wegeführungen in Rheine und Greven entlang der Ems“ für unzulässig erklärt, als sei er „aufgrund der Schutzgebietsausweisung nicht auf Emsdetten übertragbar.“ Falsch! Auch in Rheine, Greven, Telgte usw. liegt die Ems im selben FFH- und Naturschutzgebiet, es gelten dort die selben Bedingungen.
    Auf dem Foto werden rote Linien als illegale Trampelpfade dargestellt. Man muss nicht einmal Ortskenntnis haben, um im Vergleich zum seinerzeitigen Maßnahmenplan die Fehler zu erkennen. Nur der westliche Teil des Trampelpfades auf der westlich des Mühlenbachs gelegenen Wiese ist neu und nennenswert. Und der ist auch verständlich; jedem Sparziergänger drängt es nach einem Rundweg, den dieser Weg im Zusammenhang mit dem Emsradweg erst ermöglicht. Die übrigen roten Linien entsprechen den geduldeten Wegen oder gar dem offiziellen Emsradweg. Das lange Mittelstück der roten Linie liegt auf der unzugänglichen Weidefläche, ist also ein Trampelpfad der Weidetiere. Da müsste man dann die Rinder aussperren.
    Und immer wieder soll das FFH-Kürzel Ehrfurcht auslösen und den Eindruck erwecken, als sei desshalb eigentlich sowieso alles verboten.
    Ziel von Naturschutz soll dessen Erhalt für die Menschen sein, nicht gegen sie. Das würde auch den Zielen des FFH-Gebietes und des Regionalplanes entsprechen, wobei nur der Schutz bedrohter Arten Vorrang hat, was i.d.R. sogar außerhalb von Naturschutzgebieten gilt.
    Fakt ist, die Emsaue ist FFH-Gebiet der IUCN-Kategorie IV, wobei die Erholungs- und Freizeitfunktion ausdrücklich betont wird.
    Im aktuellen Regionalplan (der auf den FFH-Vorgaben basiert) ist die FFH-Emsaue als Naturschutzgebiet mit der Freiraumfunktion
    „Schutz der Landschaft und landschaftsorientierte Erholung“ gekennzeichnet.
    Im Textteil der Planung wird unter Nr. 24.2 und 27.3 als Zielsetzung u.a. formuliert: es soll
    „… die Zugänglichkeit für die Erholungssuchenden sichergestellt werden.“
    In den Erläuterungen kommt dazu unter Nr. 448 als Maßnahme u.a. in Betracht:
    “ – Anlage von Wander-, Rad- und Reitwegen,“
    Das sind die Fakten! Die Rede vom „stummen Frühling“ ist haltlose Schwartz-Malerei.

  2. Hallo,wir waren am Sonntag dort spazieren und sehr erstaunt, wie viele mit ihren Hunden über die Wiesen gegangen sind.Erst waren sie angeleint und als es über die Wiesen ging kam die Leine ab.Wieso kann man nicht auf dem
    vorgesehenden Weg bleiben? Ich würde sagen,,selber Schuld ,wenn alles eingezäunt wird.

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