Es war die erwartete Ems-Hölle: der erwartete Hexenkessel auf den Tribünen und der erwartete Kampf auf dem Feld. Auch das Ergebnis wäre, hätte man im Vorfeld tippen lassen, bei vielen sicherlich ganz ähnlich ausgefallen. Mit 32:31 (17:12) hat der TVE den ersten Sieg und damit die ersten beiden Pluspunkte eingefahren.
Bedenklich, bleibt, dass man eine zwischenzeitliche Führung mit acht Toren so leichtsinnig verspielt hat, sich unnötige Fehler geleistet hat, die vom EHV Aue schamlos ausgenutzt wurden. Bei den Gästen aus dem Erzgebirge kam mehr und mehr der Hoffnungsschimmer auf „Da geht noch was!“ – und fast hätte es ja auch geklappt.
Aber von Beginn an:
Es hat fast fünf Minuten gedauert, bis Eric Damböck einen Strafwurf vom Punkt verwandeln und damit den ersten Treffer für den TV Emsdetten setzen konnte. Zuvor hatten die Gäste aus Aue bereits eine 2:0 Führung herausspielen können, Yannick Terhaer auf Emsdettener Seite einen Siebenmeter verworfen und Olli Krechel im Emsdettener Tor durch Paraden einen höheren Rückstand verhindert.
Damböcks Treffer war dann auch gleich der Auftakt zu fünf Toren in Folge für die im grünen Trikot spielenden Münsterländer. Der TVE hatte augenscheinlich ins Spiel gefunden. Zu dem Zeitpunkt schon oberhalb der Betriebstemperatur: Die Emsdettener Fans, – doch auch die etwa 40 mitgreisten Anhänger des Gastvereins machten bemerkenswert auf sich aufmerksam.
Die Kulisse tat der Mannschaft von Lennart Lingener gut. Das war schon mehr als der so oft herbeigesehnte achte Mann auf dem Feld. Danach offener Schlagabtausch zum 5:3 und 6:4. Fortan sollten die Gäste im blauen Trikot im Verlauf der ersten Halbzeit nicht mehr näher als auf drei Tore an den TVE herankommen. Eine starke Abwehr vor einem brillierenden Torhüter Olli Krechel und vorne ein funktionierender Angriff. Allein Eric Damböck gelingen in diesem Match 13 Treffer (davon vier Siebenmeter), er ist damit Top-Scorer dieser Partie.
Als die Mannschaften dann nach dem Pausentee wieder aus den Kabinen kommen, setzt der TVE genau da wieder an, wo er zum Halbzeitpfiff aufgehört hatte. Durch eingenetzte Bälle von Eric Damböck, Marcel Timm (insgesamt 2 Tore) und erneut Eric Damböck kann man auf 20:12 davon ziehen. Anlass genug für Uwe Jungandreas, Trainer des EHV Aue, eine Auszeit zu nehmen.
Francisco Pereira, der mit insgesamt neun Treffern, davon fünf Siebenmeter, erfolgreichster Torschütze der Erzgebirgler ist, verwandelt vom Punkt zum Anschlusstreffer, 20:13. Andre Meuser (insgesamt 6 Tore) stellt die Distanz auf acht Tore (21:13) wieder her, im direkten Gegenzug verkürzt Aue auf 21:14. Der spektakuläre Hammerwurf des Bjarne Budelmann (insgesamt 3 Tore) ins obere rechte Eck in der 35. Minute zum 22:14 sollte dann für die nächsten sechs Minuten der letzte Treffer des TVE gewesen sein, während der EHV Aue in dieser Phase fünf Bälle einlochen kann. Aue spielt jetzt seine ganze Klasse aus. Nicht umsont ist dieser Verein als Staffelsieger Teilnehmer dieser Aufstiegsrunde.
Yannick Terhaer (insgesamt 3 Tore)scheitert von Aussen am Auer Torhüter. Luca Klein kann den sächsischen Tormann nicht überwinden, Andre Meuser scheitert mit einem Schlagwurf und auch Budelmann kann nicht verwandeln.
Erstmals in der 39. Minute kommt Paul Dreyer für einen Siebenmeter ins Tor, muss hinter sich greifen. Lingener bittet daraufhin sein Team zum Gespräch, Auszeit für den TVE. Fynn Hasenkamp (insgesamt 3 Tore) ist es, der den Bann bricht und zum 23:18 verwandelt.
Mit 15:19 aus Emsdettener Sicht verliert der TVE die zweite Halbzeit, kann sich am Ende mit nur einem Tor Vorsprung über die Ziellinie retten. Am Ende sind erstmal die zwei Punkte wichtig. Aue war nah dran, kann gegebenenfalls davon profitieren, dass man mit nur einem Tor verloren hat.
Die erste Halbzeit des TVE war überragend, der Einbruch in Halbzeit zwei konnte aufgrund der guten ersten Hälfte so gerade noch aufgefangen werden. Große Teilhabe daran hat das Publikum, die ungeheuer gepuscht haben. Der Jubel, den wir nach den Siegen in der Saison kennen, blieb aus. „Gewonnen, ja – aber…“
Vier Halbzeiten stehen dem TVE noch bevor bis zur Entscheidung um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Am kommenden Sonntag ist der TV Gelnhausen zu Gast in der EMS-Halle, da will und muss man Revanche für den verpatzten Auftakt nehmen. Am Mittwoch, 03. Juni 2026 dann das Rückspiel der gestrigen Begegnung in der Erzgebirgshalle in Lößnitz/Aue. Die Halle hat ein ähnliches Fassungvermögen wie die EMS-Halle und der Kessel dürfte dort mindestens ebenso brodeln, wie die EMS-Halle – dann halt nur mit anderen Kräfteverhältnissen. Der Fan-Club „Die Crocodiles“ setzt einen Bus ein, Anmeldungen werden noch entgegen genommen. Wer nicht direkt vor Ort sein kann, dem empfehlen wir wieder unseren MDG-LiveTicker. Gestern übrigens mit einem Saisonrekord an Zugriffen.





























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