Sinningen, – wo man liebevoll in die Pfanne gehauen wird…

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„Seit 66 Jahren, da sind wir mit dabei, – 66 Jahre, Bunte Bühne, Narretei…“
Den Ohrwurm von Udo Jürgens hat Beate Autermann umgetextet, – was einem nicht so alles einfällt beim Sonntagsspaziergang.

1958 war die erste Närrische Sitzung, „Bunte Bühne“ im Saal von Ruhmöller. Mittlerweile findet alles in der Mehrzweckhalle statt. Seit 15 Jahren auch der Münsterland-Biwak. Und die Bunte Bühne in Sinningen ist etwas ganz Besonderes, hat ihren eigenen Charme. Keine teuren Künstler sondern Eigengewächse, Lokalkolorit, Nachrichten aus der Sinninger Gerüchteküche:

  • wenn man vergessen hat, in welcher Einkaufsstraße der Buggy stehengeblieben ist, – das Kind sich aber sicherheitshalber selber vorher in Sicherheit gebracht hat
  • wenn die Clownläufer Einkehren, beim Verlassen aber die Zeitungen und Geldtaschen vergessen und dann an der nächsten Haustür nichts mehr zum verkaufen haben, – aber ist eh egal, weil Kassieren oder gar Wechseln wäre ja nicht möglich gewesen
  • wenn die Kaffeemaschine so justiert ist, dass der Wachmacher neben die Kanne fließt
  • wenn mit „abgefahren“ nicht gemeint ist, dass etwas cool aussieht sondern der Begriff in Verbindung mit dem Außenspiegel durchaus wörtlich zu nehmen ist
  • wenn Hunde Prinzenmützen anknabbern

So manch ein Sinninger dürfte sich in diesen in Versform vorgetragenen Nachrichten wiedererkannt haben.

Begonnen hat der Abend mit der Zepterübergabe von Prinz Michael an Prinz Ralf (auch „Flaken-Heinz“ genannt). Gefolgt von der Ü15-Garde des TSC KG Emsdetten.

Moderiert wurde die Show von Benno Bos und Caro Hillebrandt. Letztere ging dann auch gleich mit Tochter Marleen in die Bütt, – Thema: Mutter-Tochter-Beziehung, erster Disko-Besuch… Material war also ausreichend vorhanden.

Hausmeister Hannes Reinermann stellte fest, dass seine Frau immer schon weiß, dass er Unrecht hat, noch bevor er etwas ausgesprochen hat.

Bubi und Stefan regten mit ihren Gesangseinlagen das Publikum zum Mitklatschen und -singen an.

Denn ich ben nur ne Kölsche Jung – Un mie Hätz, dat litt mer op d’r Zung“ – eigentlich von „Brings“ – in der Sinninger Mehrzweckhalle vom heimischen Spielmannszug gespielt, klar, dass es da niemanden mehr in den Sitzschalen hielt. Und als dann noch das Elferratslied 2024 des Stadtprinzen Thomas IV. getrommelt, gepfiffen und geblasen wurde, hätte dieser direkt mit seinem Gefolge einziehen können, doch das war erst für später am Abend vorgesehen.

„Mit voller Fahrt zum Jubeljahr – Männer von Flake sind schon da!“ So lautet das Sessionsmotto 2024 bei der Schützengemeinschaft jenseits der Ems. Aus den Wagenbauern wurden stolze Wikinger.

Marita Rothe brachte alltägliches aus ihrem Berufsalltag gereimt zum Besten „…wir Pflegekräfte sind halt so…“ Und wie sich die Situation tatsächlich in einem Altenheim darstellt, das wurde dann anschaulich mit einem wortlosen Sketch aufgezeigt und hatte die Lacher vollends auf seiner Seite. Die Pflegefachkraft „Rabiata herself“ mit Trilllerpfeife hatte die Rollatoren-Polonaise im Nachtpolter auf dem Weg zur morgendlichen Toilette voll im Griff, der Waschlappen wurde kollektiv genutzt und am Ende sogar das Gurgelwasser „mündkesmaot“ weitergegeben wird. So ist das (besser nicht) wenn man sparen muss.

Tapfer durchgehalten während des ganzen Programms hat auch das Kinderprinzenpaar Tom I. Winter und Anouk I. Sonnenschein, beide im von Lisanne Bos komplett neu genähten Prinzen-/Prinzessinnenkostüm.

 

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