Mehr Nutzer*innen und Ausleihen durch Onleihverbund

0
138
  • Onleihverbund muensterload.de verzeichnet im zehnten Jahr des Bestehens erstmals über 600.000 Ausleihen
  • Ausleihen der Stadtbibliothek Emsdetten steigen um 14 Prozent

In Zeiten wie diesen sind eMedien von Bibliotheken besonders gefragt. Auch die Emsdettener Stadtbibliothek bietet über die Webseite muensterload.de und die App „Onleihe“ die Ausleihe elektronischer Medien an. In 2020 stieg nicht nur die Zahl der Ausleihen auf 22.844, sondern auch die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer um 522 auf 930 stark an.

Über 30.000 verschiedene eMedien in der Onleihe

Neben Elektronischen Büchern (eBook) gehören Hörbücher (eAudio), Zeitungen (ePaper) und Zeitschriften (eMagazine) zum Programm der Onleihe. Alles kann mit einem gültigen Bibliotheksausweis kostenlos heruntergeladen werden. Gelesen oder gehört werden die Medien per Smartphone, Tablet, Computer oder eBookReader (ausgenommen Kindle). Da eine Lizenz jeweils nur von einem Kunden genutzt werden kann, stehen insgesamt fast 48.000 Exemplare und damit auch Mehrfachexemplare für die Ausleihe zur Verfügung. Während der Ausleihe können andere Nutzer nicht auf das Medium zugreifen, es aber kostenlos vormerken. Wie in der analogen Bibliothek gibt es also entliehene und verfügbare Medien.

Bibliotheken nutzen gemeinsame Lizenzen

Die „Onleihe“ wird von knapp 3400 Bibliotheken im deutschsprachigen Raum angeboten, wobei muensterload ein Verbund innerhalb der Onleihe ist. Insgesamt 14 Bibliotheken – darunter Münster, Rheine, Bocholt, Greven und Emsdetten – kaufen gemeinsam Lizenzen für eMedien. Für den muensterload-Verbund wurden im letzten Jahr eMedien im Wert von über 100.000 Euro erworben.

Herausforderung beim Verleih von eBooks

Bibliotheken bzw. die damit beauftragten Firmen verhandeln spezielle Lizenzen mit den Verlagen aus, die den Verleih von eBooks gestatten. Eine gängige Lizenzbedingung ist dabei das sogenannte „Windowing“, welches Bibliotheken den Verleih von neuen eBooks erst nach einer Wartezeit von rund einem Jahr erlaubt. Die Auswirkungen sind dramatisch, so sind von der SPIEGEL-Bestsellerliste der sechsten Kalenderwoche 2021 etwa nur jeweils 25 Prozent der Belletristik-Taschenbücher und Sachbücher verfügbar (10 von 40 Titeln). Hinzukommt, dass die eBook-Lizenzen für Bibliotheken häufig sehr viel teurer sind.

Um dem Phänomen entgegenzuwirken unterstützt die Emsdettener Stadtbibliothek die Kampagne #BuchistBuch des Deutschen Bibliotheksverbandes. Letzterer fordert die rechtliche Gleichstellung von eBooks und hatte sich im Januar mit einem offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewandt. Weitere Informationen zum Thema unter: https://www.bibliotheksverband.de/dbv/kampagnen-und-aktionstage/e-medien-in-der-bibliothek/offener-brief.html

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein