CDU Emsdetten wendet sich mit offenem Brief an den Bürgermeister

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Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Emsdetten möchte Impfmöglichkeiten
direkt am Ort schaffen und wendet sich mit einem offenen Brief an
Bürgermeister Oliver Kellner:

…die allgemeine Impfstrategie sowie die zügige Durchimpfung, insbesondere der vulnerablen
Personengruppen, sind entscheidende Elemente zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Dies setzt nach Einschätzung aller voraus, dass die Impfkampagne auf einer breiten Vertrauensbasis in der Bevölkerung fußen kann.
Um dieses notwendige Vertrauen zu schaffen, muss an erster Stelle eine klare und nachvollziehbare Vorgehensweise bei der Durchimpfung bestehen. Dieses Vertrauen zu schaffen, ist nicht nur eine Aufgabe des Bundes und der Länder, sondern auch aller nachgeordneten Stellen. Wir meinen damit auch die bei den Kreisen angesiedelten Gesundheitsämter, aber auch die Rathäuser.
Deshalb hatten wir Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister, mit unserer Anfrage vom 25. Januar 2021 um Auskunft gebeten, welche Wege zu einer wohnortnahen Verimpfung ggfls. in einem dezentralen Impfraum bestehen. Nach Auffassung vieler Experten und der öffentlich geführten Diskussionen ist die Logistik für die Hauptzielgruppe der hochbetagten Patienten der ersten Impfkohorte noch nicht im Detail optimiert. Dies hat uns auch in einem persönlichen Gespräch der DGG-Präsident Prof. Hans-Jürgen Heppner, Chefarzt der Klinik für Geriatrie am HELIOS-Klinikum in Schwelm sowie Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten/Herdecke bestätigt. Wir teilen die Auffassung von Prof. Heppner, dass die Anmeldung für die Impfung, die Erreichbarkeit der Impfzentren sowie die erforderliche Mobilität viele Personen dieser Zielgruppe vor eine nahezu unlösbare Aufgabe stellt. Dem müssen wir vor Ort mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenwirken.
Die uns daraufhin zugegangene Antwort konnte uns daher ebenso wenig überzeugen, wie das
widerspruchslose Akzeptieren der uns zur Verfügung gestellten Antwort des Landrates, wenn dieser auf die Anweisung des Landes NRW verweist, dass jeweils nur ein Impfzentrum pro Gebietskörperschaft, d.h. auf Kreisebene am FMO, errichtet werden und aus Kosten- und ablauforganisatorischen Gründen keine Satelliten-Impfzentren eingerichtet werden sollen. Dies wird gerade den flächen- und einwohnermäßigen Voraussetzungen im Kreis Steinfurt nicht gerecht. Bedenken Sie die Zahl der in Betracht kommenden Personen der über 80-Jährigen sowie die zurückzulegenden Wege angesichts der flächenmäßigen Ausdehnung des Kreises Steinfurt. Beim Kreis Steinfurt und seinen Kommunen muss das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung ganz oben auf der Agenda stehen.

Ein Pilotprojekt mit einer anderen Vorgehensweise bei der Verimpfung der zur Verfügung stehenden Impfdosen zeigt das Vorgehen des Landkreises Nordwestmecklenburg. Dort impfen jetzt schon Hausärzte in ihren Praxen über 80-Jährige gegen Corona, um ihnen den Weg ins Impfzentrum zu ersparen.
Warum soll das zumindest in dezentralen Impfräumen, wenn nicht jetzt schon in den Arztpraxen, nicht auch im Kreis Steinfurt möglich sein? Die Transporte in diese dezentralen Impfräume zu organisieren, dürfte kaum das unlösbare Problem sein. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, lautet dazu ein passendes Sprichwort. Und verweisen wollen wir an dieser Stelle auch an die mobilen Impfteams, die die Patienten in den Pflegeeinrichtungen aufgesucht haben. Die haben auch den Impfstoff für die dezentrale Anwendung zur Verfügung gestellt bekommen!
Vor dem Hintergrund unserer Anfrage zu dezentralen Impfräumen, haben wir uns aber auch die Frage gestellt, wie das Informationswirrwarr zum Transport zum zentralen Impfzentrum am FMO, zur Vertrauensbildung beitragen soll. Einmal heißt es, dass unumgängliche Transporte vom Hausarzt verordnet werden, in anderen Meldungen, dass die Kommunen auf freiwilliger Basis Transportkosten übernehmen. Aus Neuenkirchen lesen wir heute die Meldung, dass die Gemeinde mit Ehrenamtlichen von Feuerwehr, DRK, DLRG und des Bürgerbusvereins beim Transport helfen wolle. Gleiches meldet heute auch die Gemeinde Saerbeck. Speziell auch aufgrund der Erfahrungen der letzten PandemieMonate sind wir davon überzeugt, dass wir auch in Emsdetten auf ein breites ehrenamtliches Engagement bauen können. Und die TOP-Meldung lesen wir von der BA-Unternehmensgruppe, die einen kostenlosen individuellen Impf-Shuttle-Service anbietet und für die Anmeldung eines solchen Transportservice sogar für jede einzelne Kommune im Kreis Steinfurt eine Kontaktnummer in den Rathäusern angibt. Für Emsdetten ist hier die Rufnummer 02572/922-424 angegeben.
Da fragt sich doch der geneigte Leser solcher Meldungen, wie dass denn funktionieren soll, wie viele Impfwillige in welcher Zeit und zu wessen Kosten transportiert werden können.
Dieses babylonische Informationswirrwarr trägt nicht dazu bei, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfstrategie aufgebaut werden kann. Fragwürdig bleibt für uns sowohl die Entscheidung, nur ein Impfzentrum für das gesamte Kreisgebiet und das dann auch noch dezentral aufzubauen. Fragwürdig ist auch der Weg, wie denn die Impfwilligen dann zu diesem Impfzentrum transportiert werden können.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir bitten Sie nachdrücklich darum, sich für eine umgehende Klärung dieser Fragen bei allen dafür zuständigen Stellen einzusetzen. Ein Verweis auf eine politische Beratung im Hauptausschuss am 15. März oder Rat am 22. März ist für uns nicht akzeptabel. Die Bevölkerung erwartet hier ein zeitnahes Tätigwerden der Stadt Emsdetten.
Die Zeit drängt, wir wollen doch alle eine Durchimpfung unserer Bevölkerung, um dann auch die Beschränkungen des Lock-Downs aufheben zu können.

2 Kommentare

  1. Man muss sich doch sehr wundern über diesen öffentlichen Aktionismus der örtlichen CDU. An erster Stelle sind doch CDU-Spitzen im Bund (Spahn, Merkel) und in Europa (von der Leyen) für das aktuelle Impfdebakel verantwortlich. Das größte Problem ist nicht die Logistik sondern das nicht Vorhandensein von Impfstoff. Die über 80-jährigen bekommen momentan Termine erst in über 2 Monaten zugewiesen. Wann werden dann wohl erst die anderen Personengruppen ihre Termine bekommen? Ihnen dürfte auch bekannt sein, das der Impfsoff, der nicht bei – 70 Grad gekühlt werden muss, Astrazeneca, nicht bei der von Ihnen angesprochenen Zielgruppe, den über 65-jährigen, verimpft werden soll. Welcher Hausarzt kann eine Lagerung bei – 70 Grad für die anderen Impfstoffe gewährleisten?
    Dafür müsste der Impfstoff dann auch erstmal zur Verfügung stehen. Alles wäre einfacher zu organisieren, wenn vernünftig durchgeimpft werden könnte. Für bestimmte Personen wie z.B. Bettlägrige oder nicht transportfähige Menschen usw. müssen und werden sowieso Sonderlösungen geschaffen, auch werden Shuttle-Services von den zuständigen Stellen wie auch von Ehrenamtlern und gemeinnützigen Organisationen angeboten und initiiert. Die zeitnahe Pandemiebekämpfung scheitert heute und in nächster Zukunft nicht an nur einem Impfzentrum im Kreis, dem Flughafen Münster-Osnabrück, sondern am Versagen bei der vom Bund und von Europa organisierten Impfstoffbeschaffung.

  2. Nun wollte die CDU den anderen Parteien die Show stehlen und schießt ein Eigentor. Herr Laumann fehlte in der Liste der Namen. Standort-Empfehlung:- Emshalle und danach den grossen Ding-Dong dran und was vernünftiges bauen!

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